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>Gustav und Elisabeth

Am 28.12.2011 fanden wir in einem Abrisshaus alte Fotos und Briefe. Diese waren im Garten wahllos verstreut. Aus dem Gefühl, die Bilder und Briefe dort nicht liegen lassen zu können, sammelten wir sie ein und nahmen sie mit. Die meisten waren mit Rauhreif überzogen, lagen im Matsch oder waren gefroren. Wir trockneten die Schriftstücke und Negative, glätteten die Bilder und fingen an, uns Fragen zu stellen: Weshalb lagen diese Dokumente so achtlos im Freien? Wer hatte sie dort zurück gelassen? Wer sind die Menschen auf den Fotos? Warum sind wir so fasziniert davon? 

Je tiefer wir in die Geschichte eindrangen, desto neugieriger wurden wir. Die Briefen waren in erster Linie ein Briefwechsel zwischen Gustav und Elisabeth und Elisabeth mit ihrer Mutter. Er umfasst rund 10 Jahre. Eine Liebesgeschichte entstand vor unseren Augen und ein Stück Zeitgeschichte der 50er Jahre. Viele der Bilder konnten wir dann auch den einzelnen Personen zuordnen, lasen Liebesbriefe, einen Trennungsbrief, vernünftige Organisationsanweisungen, von gemeinsamen Zukunftsplänen und alltäglichen Sorgen und Nöten, ganz der Zeit geschuldet. Es wurde geheiratet, eine Tochter Isolde geboren. 

Wir tauchten so tief in das Thema ein, dass wir selbst im Internet recherchierten, was über Gustav und Elisabeth zu finden sei. Dort stießen wir im Siebenbürgenboten auf die Todesanzeige und den Nachruf auf beide. Gustav starb 1961 und Elisabeth nahm sich daraufhin das Leben. Sie wurden gemeinsam beerdigt. Tochter Isolde, da 6 Jahre alt, blieb bei Verwandten in Stuttgart Sonnenberg zurück. 

Aus der Beschäftigung mit diesen Personen, die uns der Zufall in die Hände spielte, ist diese Atelierausstellung entstanden.


          

          

 
 
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